Nervennahrung

Kreativität

Die Corona Pandemie erfordert kreative Lösungen. Für eine Wissensgesellschaft besteht in dieser Hinsicht im 21. Jahrhundert doch noch deutlicher Nachholbedarf. Z.B. wenn es darum geht, für unsere Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Recht auf Bildung zu sichern. Zur Zeit wird in allen Bundesländern eine Notbeschulung vorgesehen, in der die Schüler im Schnitt ein Mal pro Woche die Schule sehen. Und hinter den Kulissen wird geraunt, dass das auch im nächsten Schuljahr so weitergehen soll - bis irgendwann?! ein Impfstoff da ist. Das ist m.E. unhaltbar. Alternativen bestünden. So könnte man flächendeckend die Kinder und Lehrer auf Corona-Sars-V2 testen - wöchentlich. So wie die Fußballer. Ich will dabei gar nicht populistisch argumentieren, was für Fußballmilionäre recht sei, sollte doch für unsere Kinder nur billig sein. Nein, dass ein Wirtschaftszweig unter einem engen Hygienekonzept wieder Umsätze generiert, kann nur in unser aller Interesse sein. Dass die Kinder normal lernen, aber erst recht.

Sie werden jetzt sagen: “Aber das ist doch viel zu teuer?!”. Nun, das hängt davon ab. Der Test kostet 2,50 Euro “Die Testkits von TIB Molbiol kann in Deutschland jedes Fachlabor bestellen. Rund 250 Euro kostet das Stück, mit dem knapp 100 Tests möglich sind – pro Test also etwa 2,50 Euro.” (Quelle: Welt). Der Gründer der Firma TIB Mobil, die in Berlin ansässig ist und als eine der ersten Firmen weltweit PCR-Tests auf den Markt gebracht hat und in der Szene einen guten Ruf genießt, Olfert Landt sagt: “Schlimm findet Landt aber vor allem die „riesige Geldverschwendung“, weil Tests für 300 Euro angeboten werden. Dabei dürften die Labore für einen Test, der in der Herstellung 2,50 Euro kostet, inklusive der Arbeitskosten und dergleichen nicht mehr als zehn Euro verlangen.” (Quelle: Business Insider)

Warum kosten die Tests also die Krankenkassen zur Zeit zwischen 120 und 300 Euro? Weil die Labormediziner sich die Taschen vollmachen sich nach Angebot und Nachfrage richten.

Halten wir also fest: Wenn man das anders organisierte, könnte man für 10 Euro einen Test machen. Man kann Tests aber sogar poolen. Auch in Frankfurt beim Roten Kreuz und an der Goethe Universität ist dies Professor Erhard Seifried und Professorin Sandra Ciesek gelungen. Mit solchen Verfahren könnten - bei entsprechendem Willen und industriell gefertigt - die Kosten vermutlich auf wenige Euro heruntergedrückt werden. Nehmen wir also einmal an, wir könnten Tests für 4 Euro ermöglichen. Dann könnte man alle! Schüler und Lehrpersonal wöchentlich auf Corona-Sars-V2 testen für grob geschätzt 2.4 Milliarden Kosten (10.91 Millionen Schüler und 773.280 Lehrer in 2019/2020 ergibt 11.683.280 Personen * 52 Tests/Jahr * 4 Euro = 2.4 Milliarden Euro - Quelle: Statista, und: Statista). Das ist nicht viel - für die Lufthansarettung alleine gibt es 10 Milliarden - für die Deutsche Bahn 6 Milliarden. Das ließe sich sogar privat schultern, denn 52 Tests/Schüler sind gut 200 Euro im Jahr - das würden die meisten Familien problemlos stemmen können. Man muß sowas nur wollen.

Die gleiche Argumentation ließe sich problemlos auf die Hochschulen in Deutschland ausdehnen (und die Pflegeheime - aber das ist ein anderes Thema). Meiner Meinung nach wäre jetzt die Zeit, Druck auf die Politik auszuüben - und bitte halten Sie 2 Meter Abstand zu Aluhutträgern!

Update: In einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), der Deutschen Akademie für Kinder und Jugendmedizin (DAKJ) und dem Berufsverband der Kinder und Jugendärzte in Deutschland (bvkj e.V.) fordern die Wissenschaftler: “Schulen und Kitas sollen wieder geöffnet werden. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Hygieneregeln stehen dem nicht entgegen”.

Update: Stellungnahme von Kinderärzten im Deutschen Ärtzeblatt mit sehr interessanten Studien in den Quellenangaben.